Wenn der Stoffwechsel aus der Bahn gerät…

Es gibt viele Menschen, die einfach nicht abnehmen. Sie haben alles ausprobiert, doch es fühlt sich an wie festgefahren und das lästige Körperfett macht keine Anstalten sich von seinem Besitzer trennen zu wollen.

Ich stelle dir heute ein mächtiges Werkzeug vor, dass dir unter Umständen dabei helfen kann abzunehmen und dauerhaft schlank zu bleiben.

Viele Menschen die Probleme mit Ihrem Stoffwechsel haben, könnten genau hier die Lösung ihres Problemes finden.

Ich spreche natürlich weder von einem Nahrungsergänzungsmittel, noch von einer Wunderpille – die Rede ist vom „Glückshormon“ Dopamin.

Unser Stoffwechsel steht unter permanenter Überprüfung des Gehirns. Unsere Schaltzentrale steuert den ganzen Tag über verschiedene Bewusstseinszustände:

Wir wir uns fühlen, wonach uns ist, ob wir müde oder fit sind, wie viel und wann wir Hunger verspüren und letztendlich auch wie die Nahrung die wir zuführen verwertet wird.

Es arbeitet dabei mit Hormonen, welche in verschiedenen Organen produziert werden und großen Einflussauf unseren Körper haben.

Ein sehr wichtiges Stoffwechsel-Hormon ist Cortisol. Cortisol ist ein Stresshormon und hilft unserem Körper dabei, die negativen Folgen von Stress zu verarbeiten.

Aus evolutionärer Sicht war Cortisol für uns bereits überlebenswichtig: in gefährlichen Situationen wird der Körper durch das freigesetzte Cortisol in eine Art „Alarmmodus“ versetzt, der ihm schlagartig Energie zur Verfügung stellt und ihn somit perfekt auf eine Flucht- oder Kampfsituation vorbereitet. Steinzeitmenschen konnten so viel mehr aus ihrem Körper herausholen: das Cortisol gab ihnen zum Beispiel bei der Jagd genug Antrieb um nach stundenlanger Suche ein cleveres Köpfchen zu behalten und konnte ihnen bei Feindkontakt die nötige Energie die zur Flucht erforderlich war zur Verfügung stellen.

Heute hat sich lediglich das Spielfeld geändert: wir kämpfen in Stresssituationen zwar nicht physisch ums Überleben, müsse nuns jedoch permanent beweisen, stehen auf Abruf bereit und haben toujours Leistungsdruck. Die Cortisolproduktion arbeitet auf Hochtouren und unterstützt uns, die uns gegenübergestellten Aufgaben zu meistern und dem Stress zu trotzen.

So wichtig dieser körpereigene Hilfsmechanismus auch ist, wenn die Nebenniere (hier wird Cortisol produziert) dauerhaft auf voller Kraft arbeitet, kann das unserem Stoffwechsel schaden. Sobald die Cortisolproduktion startet, ist der Körper in eine erhöhte Energiebereitschaft, also in eine Art Alarmstufe versetzt. Wir verbrennen größtenteils Glygoken, also Zucker, da  nur dieser uns schnelle Energie liefern kann. Jetzt wird auch klar, was mit dem Stoffwechselproblem gemeint ist: wenn der Körper pemanent auf Zuckerverbrennung geschalten ist, wird es immer schwieriger Fett zu verstoffwechseln. Viele Menschen schaffen es daher nicht mehr, effektiv Körperfett zu verbrennen und sitzen im „Zuckerverbrennungsmodus“ fest. Noch dazu fordert das Gehirn permanent Zuckernachschub, da es denkt diesen zu benötigen. Das Ergebnis: wir verspüren das dringliche Bedürfnis Zucker zu konsumieren und lassen unsere Fettdepots unangetastet.

Um den Cortisolspiegel zu senken gibt es drei entscheidende Hilsmittel: Bewegung, Entschleunigung und die Produktion von Glückshormonen.

Bewegung hat einen großen Einfluss auf die Reduktion von Stresshormonen. Schon ein 30 minütiger Spaziergang reduziert nachweislich den Cortisolspiegel und sorgt damit dafür, dass unser Stoffwechsel wieder in Ruhe arbeiten kann. Es sollte damit vor allem für gestresste Menschen ein festes Ritual werden, sich ausreichend an der frischen Luft zu bewegen. (Dies ist auch auf die evolutionäre Entwicklung der Menschen zurückzuführen – es war damals normal weite Strecken zu Fuß zurückzulegen, vor allem nach einer anstrengenden Jagd, einem Kampf oder der Flucht. Der Alarmzustand klang mit der moderaten Bewegung danach aus.)

Dass Entschleunigung für den Stressabbau wichtig ist, ist logisch. Wer sich in stressigen Zeiten Ruhe gönnt und aktiv daran arbeitet Stress zu reduzieren, wird demnach seinem Stoffwechsel einen großen Gefallen tun.

Das letzte, ebenfalls sehr wichtige Wundermittel lautet: die Produktion von Glückshormonen (Dopamin).

Essen löst Glückshormone aus, dass ist längst belegt. Vor allem süße und fettige Lebensmittel haben es unserem Gehirn angetan. Das ist natürlich eine Falle für unseren Stoffwechsel. Der Cortisolspiegel wird gesenkt, aber der Blutzuckerspiegel schießt wieder auf’s Neue in die Höhe. Effekt: wir bleiben im Zuckerverbrennungs- statt im Fettverbrennungsmodus.

Um Stress abzubauen, sollten wir uns also nach Möglichkeit nicht direkt mit Süßkram belohnen! (Anmerkung: allein die Vorstellung des Konsums von Leckereien bildet Glückshormone. Die Vorfreude auf den Gaumenschmaus kann genauso viel Dopamin produzieren, wie der eigentliche Konsum. Wenn man sich mit Essen belohnen will, sollte man das also nicht wahllos tun, sondern planen und die Vorfreude auskosten!) Es gibt viele Dinge, die Glückshormone ausschütten, du hast das sicherlich schonmal erlebt. Wenn du voll in einer Sache aufgehst und deine komplette Aufmerksamkeit darauf richtest, verliert Essenkomplett seinen Reiz. Wenn man einer Beschäftigung nachgeht, die Dopamin ausschüttet, befindet man sich im sogenannten Flow und die Zeit verfliegt regelrecht. Bei Kindern sieht man dieses Phänomen auch häufig: wenn sie zusammen mit ihrem besten Spielpartner einer neuen Lieblingsbeschäftigung nachgehen, ist Essen Nebensache und  alles neben dem Spiel wird über Stunden ausgeblendet. Es ist dann ein leichtes, sich hinsichtlich seiner Ernährung am Riemen zu reissen und der Cortisolspiegel bleibt dauerhaft niedrig. Der Körper verbrennt Fett und lässt unseren Zuckerspeicher in Frieden.

Um effektiv Fett zu verstoffwechseln, solltest du also regelmäßig für Dopaminschübe sorgen. Was dir persönlich Glückshormone ausschüttet, musst du natürlich selbst entdecken: Frage dich, was dich früherbegeistert hat. Gibt es etwas, dass du bereits im Kindesalter gern gemacht hast? Was fällt dir leicht und macht dir Spaß?

Es gibt verschiedenste Ansätze für Dopaminquellen:

  • Sport: das Hochgefühl nach einer ausgiebigen Trainingseinheit kennt wohl jeder.
  • Wellness / Massagen: kann Balsam für den Körper als auch das Gehirn sein.
  • Shopping: viele Damen befinden sich hier im absoluten Flow.
  • Kleidung: manchen Menschen gibt es ein unwiderstehliches Gefühl sich schön zu kleiden.
  • Friseur: sich schön zu fühlen ist gut für die Seele.
  • Filme: manche entspannt bereits der Gedanke an einen wunderbaren Filmabend mit seinen liebsten.
  • Alltägliche Dinge genießen: die Sonne scheint und du schlendest in deiner Mittagspause über den Stadtmarkt / sitzt im Café und schaust den Menschen zu.
  • Dein persönlicher Spleen: ob Oldtimer, Uhr oder Modelleisenbahn – sich jeden Tag an seiner verrückten Leidenschaft zu erfreuen, regt die Dopaminbildung an.

Diese Liste könnte man ewig weiterfühen. Wie du vielleicht erkannt hast geht es mir dabei darum, dass du dich ausreichend bewegst und mehr Dinge in deinen Alltag aufnimmst, die du bewusst genießt. Das ist sehr wichtig für dich, auch hinsichtlich deines Stoffwechsels.

Fazit: Belohne dich nicht ständig mit Essen, aber stresse dich auch nicht mit einer unmenschlichen Diät, bei der sämtliche Glückshormone auf der Strecke bleiben. Mache jeden Tag etwas, was dir Spaß macht und wobei du das Leben genießt – dann klappt es sicherlich auch irgendwann mit den überflüssigen Kilos.

 

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