Wie viel Zeit muss ich in Sport investieren, um überhaupt Erfolge erzielen zu können?

Viele Menschen fangen erst gar nicht mit regelmäßigem Sport an, weil sie überschätzen wie viel Zeit es in Anspruch nehmen würde, bis sie Erfolge erzielen.

Dieses Phänomen habe ich als Personal Trainer schon sehr oft in der Praxis  feststellen können und Aussagen wie diese gehört:

‚“Ich war früher schon unsportlich und konnte nie etwas mit Bewegung anfangen. Wieso sollte sich das geändert haben? Ich bleibe meiner Linie trau.“ Oder:

„Für mich ist Essen ein solcher Genuss, ich sehe gar nicht ein, mich völlig einschränken zu müssen. Da behalte ich lieber meinen Wohlstandsbauch.“ Oder:

„Ich habe ja sowieso schon kaum Zeit. Wenn ich jetzt  auch noch mehrere Stunden pro Tag Sport treiben muss, habe ich für gar nichts anderes mehr Zeit.“

Solche oder ähnliche Glaubenssätze werden von sehr vielen Menschen vertreten. Vor allem von denen, die in jungen Jahren nur wenig mit Sport und Bewegung zu tun hatten oder deren Umfeld oder Familie inaktiv ist. Es ist ein ganz normales psychologisches Phänomen, dass das ungewohnte Neue erstmal total überschätzt und dramatisiert wird, obwohl man sich mit den genauen Hintergrundinformationen noch gar nicht ausreichend auseinandergesetzt hat.

Im Geschäftsleben handeln die meisten Menschen viel klüger. Da werden Möglichkeiten und Risiken meist sehr genau vorausgeplant und abgewogen. Kein Mensch würde sagen: „Ich weiß, dass es sehr wichtig ist, sich um ein gutes Einkommen zu bemühen. Mich hat Geld jedoch schon als Kind nicht interessiert, deswegen ist es mir egal, welchem Job ich nachgehe.“ Es ist den meisten in ihrem Job auch relativ egal, wenn es Zeiten gibt, die arbeitsintensiver sind. Das ist eben so im Berufsleben, man muss sich manchmal halt mehr reinknien und mehr Zeit als normalerweise investieren, wenn man weiterkommen will.

In diesem Artikel gehe ich darauf ein, wie viel Zeit man wirklich investieren muss, um den wichtigen BereichSport und Gesundheit in seinem Alltag mit einem Haken versehen zu können.

 

Wenn ein neuer Kunde zu mir kommt und wir uns über eine mögliche Zusammenarbeit unterhalten, versuche ich als erstes zu verstehen, wie er tickt, wo er steht und was er überhaupt erreichen will bzw. kann.

Für die meisten Menschen mit wenig ausgeprägtem sportlichen Backround ist es dann als erstes einmal wichtig, zu überblicken was überhaupt auf sie zukommt. Wenn sie gemeinsam mit mir ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen wollen, in welchem Sport und Bewegung eine Rolle spielen und in dem sie endlich die Verantwortung für ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, müssen sie zunächst einmal wissen, welcher zeitliche Aufwand auf sie zukommt. Das ist logisch und sehr wichtig für die eigene Planung und letztendlich die Motivation.

 

Ich unterscheide grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Bereichen:

Ernährung, Bewegung und Krafttraining.

 

Auf den Bereich Ernährung einzugehen würde den Rahmen sprengen. Der Link führt direkt zu einem Blogartikel zum Thema aus meinem Archiv.

Was die Bewegung angeht, bin ich sehr minimalistisch aber konsequent eingestellt. Unser Körper ist dafür gemacht, um zu laufen. Unsere starke und flexible Wirbelsäule, die sehr beweglichen und multifunktionalen Hüftgelenke und letztendlich unsere starken, sehr ausgrägten Beine mit allen dämpfenden und beweglichen Gelenken sprechen für sich. Sie haben sich über die letzten Jahrtausende hinweg zu dem Apperat entwickelt, den wir heute in Vollendung vorfinden können. Dieser Apperat entwickelte sich aus der Bewegung heraus stets weiter: usere Vorfahren liefen zig Kilometer am Tag, da sie Jagen und sich fortbewegen mussten. Ähnlich wie bei einem Automotor ist die regelmäßige Benutzung der kompletten Maschine entscheidend für den weiteren Erhalt. Gelenke, die nicht mehr bewegt werden, verkümmern und führen letztendlich zu Schmerzen. Wer sich bis ins hohe Alter bewegen will, sollte seinen Bewegungsapperat daher jeden Tag in Gang bringen. Jeder meiner Kunden bekommt hierbei dasselbe zu hören: er muss sich jeden Tag 1 Stunde zu Fuß fortbewegen, sofern er im Alter mobil und schmerzfrei bleiben will. Es muss nicht zwingend Ausdauersport sein, aber die Bewegung muss konstant erfolgen. Es gibt keine Ruhetage, Ferien oder sonstiges. Es gibt auch kein Ziel, nachdem die Bewegung eingestellt werden kann / darf. Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, sollte sich von heute an bis an seinLebensende jeden Tag mindestens eine Stunde zu Fuß fortbewegen. Das Tempo ist hierbei zweitrangig, es genügt gemütliches spazierengehen.

 

Effektives Krafttraining ist dagegen weniger zeitaufwendig, aber anstrengender.

Ein gutes Krafttrainingsprogramm sollte alle Hauptmuskelgruppen abdecken. Ich ziehe funktionelles Ganzkörpertraining isoliertem Muskelaufbautraining vor (es sei denn, das Ziel ist maximaler Muskelaufbau). Wer einen fitten, straffen und leistungsfähigen Körper anstrebt, sollte zwei bis dreimal pro Woche ein Ganzkörperworkout absolvieren. Man benötigt hierbei keinen großen Gerätepark, es genügen zwei Kettlebells, eine Klimmzugstange und zwei freie Quadratmeter Fußboden. Ich habe die Links zu meinem empfohlenen Gerätehersteller in meinem Shop aufgeführt.

Ein normales Krafttrainingsprogramm dauert zwischen 20 und 60 Minuten. Mit meinen Kunden mache ich im Normalfall ein einstündiges Krafttrainingprogramm pro Woche und leite sie darüber hinaus an, zwei kurze Krafttrainings zu Hause zu erledigen.

Wir sprechen also im besten Fall von einem Zeitaufwand von 2 x 30 Minuten und 1 x 60 Minuten pro Woche, was wohl in jeden Terminplaner passen dürfte. Ein höheres Trainingsvolumen würde nicht empfehlen, vor allem keinem Anfänger.

Jetzt wird wohl klar, warum ich zu Beginn des Artikels von einem Überschätzen des Zeitaufwandes gesprochen habe. Die meisten unerfahrenen Trainierenden sind von diesen Zahlen sehr überrascht. Viele denken, dass es wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, mit regelmäßigem Training zu beginnen. Entscheidend ist, dass man sich auf die richtigen Übungen konzentriert, diese perfekt ausführt, und die richtige Trainingsbeanspruchung findet. Ich kenne viele Menschen die jahrelang in einem Fitnessstudio trainiert haben, aber alle drei entscheidenen Punkte völlig verfehlt haben. Sie hatten einen weit höheren Zeitaufwand und wesentlich weniger Trainingseffizienz.

 

Fazit:

Es ist für keinen Menschen zu spät, ein neues, aktiveres Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Egal wie die Vorerfahrungen mit Sport und Bewegung aussehen, jeder kann jederzeit anfangen. Ich könnte häufig die Hände über dem Kopf zuammenschlagen, wenn ich sehe wie falsch viele Menschen die Themen Training und Bewegung einschätzen bzw. den Aufwand überschätzen. Ein Mensch der rational denkt (auch wenn es nur halb so rational wie im Berufsleben ist), sich mit der gesamten Thematik auseinandersetzt und dann letztlich zusammen mit einem Experten (Trainer, Berater, Freund, Coach) einen Angriffsplan aufstellt, kann inrelativ kurzer Zeit wahnsinnig viel erreichen.

Die ersten Ergebnisse stellen sich nach 3 bis 6 Wochen ein: die Trainingsbeanspruchung wird angenehmer, das Körpergefühl besser und Schmerzen werden im Normalfall reduziert.

 

Man sollte stets bedenken, dass die Investition von ein wenig Zeit (und Schweiss) in die eigene Gesundheit später mit Sicherheit die beste Rendite bringt. Genau wie in der Finanzwelt sollte das durchaus auch einmal von dieser Seite betrachtet werden.

Für weitere Tipps und Anregungen stehe ich gerne als professioneller Ansprechpartner im Raum Augsburg als Ihr Personal Trainer zur Verfügung. Weitere Infos und Kontakt finden Sie hier.

 

Alles Gute und einen erfolgreichen Start in ein aktiveres Leben wünscht,

 

Matthias Maier

Add Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *